Geschichte

Die Geigenbauschule Brienz
Die Geigenbauschule Brienz wurde 1944 gegründet und unter der Aufsicht von Adolf König bis 1973 geführt und Schritt für Schritt aufgebaut. Für kurze Zeit wurde er von Frans van Dijk als Fachlehrer unterstützt. Die vorerst privat organisierte Schule wurde 1952 in eine staatliche Schule überführt. Während der Ära König beschäftigte man sich mit beinahe allen Streich- und Zupfinstrumenten.

Von 1974-1996 oblag die Leitung Ulrich Zimmermann. Unter seinem Einfluss legte man den Ausbildungsschwerpunkt auf den Neubau und die Reparatur von Geigen, Bratschen und Celli in moderner Konzeption. Prägender Fachlehrer war ab 1972 Hugo Auchli, der 1986 von Simon Glaus abgelöst wurde.

1996 wurden die staatlichen Subventionen aus Sparmassnahmen weitgehend gestrichen. Die Kantonale Geigenbauschule stand vor dem Aus. Nach einer umfassenden Standortbestimmung setzten sich Personen aus dem Bildungs- und Kulturbereich gemeinsam mit Vertretern des Berufsverbandes und Politikern für die Rettung dieser einzigen Fachschule für Geigenbau in der Schweiz ein. 1998 wurde die Stiftung Geigenbauschule Brienz gegründet. Dank finanzieller Hilfe seitens vieler Privatpersonen sowie privater und öffentlicher Institutionen konnte der Betrieb ohne Unterbruch weitergeführt und 1998 in die neue Trägerschaft (Stiftung) übergeführt werden.

Seit 1996 ist Hans Rudolf Hösli neuer Schulleiter. Im jüngsten Zeitabschnitt stehen nach wie vor die Instrumente der Geigenfamilie im Zentrum der Ausbildung. In Konzeption, Baumethode und Gestaltung lehnt man sich an die Vorbilder der großen Meister des barocken, klassischen und modernen Geigenbaus an.

2003 stösst Jean-Jacques Fasnacht zum Lehrerteam und mit ihm erhält das Fach Restaurierung einen festen Platz im Lehrplan.

Die 2006 gegründete Hans und Verena Krebs-Stiftung unterstützt die Geigenbauschule fortan mit namhaften Beiträgen.

Streichinstrumentenbau in Brienz
Seit nun gut 60 Jahren sind der Geigenbau und bald auch so lange der Bogenbau für Streichinstrumente in Brienz ansässig. Dies sind zwei Handwerksberufe, die in Europa, im Speziellen im erweiterten Alpenraum, seit dem 16. Jahrhundert in hoch entwickelter Form ausgeübt werden – wobei sich der Bogenmacher als eigenständiger Beruf erst im 18. Jahrhundert aus den Geigenbauerwerkstätten herauslöste. Der vorliegende Artikel in PDF-Format beleuchtet die wechselvolle Geschichte der Geigenbauschule Brienz seit 1944 und stellt in eingeschobenen Porträts die daran beteiligten Musikinstrumentenmacher vor. Die Gliederung dieses Beitrags stützt sich auf die wechselnden Trägerschaften der Schule. Auf den Verein Freunde der Schweizer Geige (1943 –1952) folgte der Kanton Bern (1952–1996/2000); als sich dieser zurückzog und die Trägerschaft nicht weiter übernehmen wollte, sprang schliesslich die Stiftung Geigenbauschule Brienz ein (ab 1998). Neben der Schule entstanden im Verlauf der Jahre einige Privatbetriebe. Die Geschichte des Schweizer Geigenbaus wird hingegen nur angeschnitten. Streichinstrumentenbau in Brienz.pdf